Daniel Benyamin baut seit frühen Jahren an einem eigenen musikalischen Kontinent. Zwischen der Strenge barocker Melancholie und dem heimlichen Aufbegehren verbotener Wave Punk Kassetten fand er früh eine Sprache, die nirgends so recht hingehört – außer bei ihm. Mit zwölf entdeckte er zufällig das Mehrspurrecording auf einem kaputten Rekorder und begann, jene Musik zu komponieren, die ihm niemand erlaubte zu hören.
Diese Spannung zwischen Licht und Schatten prägt auch sein zweites Soloalbum Life After Music (Ghost Palace Records/Cargo, 2026): ein Werk, das sich mühelos zwischen opulenten Klangräumen und radikaler Reduktion bewegt und anfühlt wie das Eintauchen in einen klaren Bergsee während der blauen Stunde. Bei KRO26 wird Daniel Benyamin diese Songs als Trio mit Drums und Bass Songs interpretieren: Passend zum Konzept des Abends wird die Band den neuen Songs besonders viel Spielraum für gemeinsames Experimentieren geben und einmalige Klangräume öffnen.
Das Ergebnis sind Songs, die fragil und kraftvoll zugleich sind, getragen von analogen Instrumenten und Benyamins intensiver Präsenz. Aus all dem entsteht ein eigener musikalischer Kosmos, den er „Ghost Pop“ nennt – ein Ort, an dem man nicht nur zuhört, sondern sich verliert. Wir finden: Das ist vortrefflich beschrieben.
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